Der optimale Untergrund
Das Gelingen und die Haltbarkeit Ihrer Wandgestaltung, sei es ein neuer Farbanstrich oder ein dekorativer Effektputz, hängen ganz entscheidend von einem soliden, tragfähigen Untergrund ab.
Wie können Sie herausfinden, in welchem Zustand Ihr Untergrund im konkreten Fall ist?
Und welche Vorbehandlung braucht Ihr Untergrund?
Unsere Tricks und Anweisungen helfen Ihnen, schnell und einfach eine gesunde, tragende Basis für Ihre Wandgestaltung zu schaffen.
1. Prüfen Sie den Untergrund auf Festigkeit ….
… mit der Kratz- und Druckprobe:
Kratzen Sie mit einem Gegenstand auf dem Untergrund, z. B. einer Drahbürste, oder drücken Sie mit dem Daumennagel. Zeigt sich deutlich ein Abrieb oder eine starke Markierung der Druckstelle, dann weist die Oberfläche eine zu geringe Festigkeit auf.
Vor dem Auftragen einer Wandfarbe sollten solche Untergründe zunächst mit einer guten Grundierung verfestigt werden, damit der Anstrich überhaupt halten kann. Für solche Problemuntergründe ist der PS 20 Acryl Tiefengrund die Grundierung der Wahl. Sie dringt tief ein, verfestigt und stabilisiert die Fläche von Grund auf.
Grundieren Sie ein bis zwei Mal nass in nass. Das heißt: Tragen Sie den Acryl Tiefengrund satt auf den Untergrund auf und warten Sie nicht, bis die Oberfläche trocken ist. Tragen Sie die Grundierung sofort ein zweites Mal auf die noch nasse Oberfläche auf.
… mit dem Klebebandtest:
Drücken Sie einen Streifen Klebeband fest an die Wand und ziehen Sie ihn ruckartig wieder ab. Haften nach dem Abreißen Rückstände auf dem Klebeband, deutet das auf schlecht haftende Putzschichten, lose Farbschichten oder vorhandene Sinterschichten hin.
Eine Sinterschicht ist eine glänzende, harte Bindemittelhaut, die durch übermäßiges Glätten beim Putzauftrag entstehen kann. Sinterschichten verhindern das Eindringen von Grundierungen in den Untergrund und müssen deshalb entfernt werden. Das gelingt durch gründliches Abschleifen.
Lose Farbreste und sich ablösende Putzteilchen müssen vor jedem Anstrich komplett entfernt werden, z. B. durch Abbürsten. Entstauben und säubern Sie die Oberflächen gründlich. Die trockenen Flächen grundieren Sie anschließend mit PS 20 Acryl Tiefengrund ein bis zwei Mal nass in nass. So wird Ihr Untergrund wieder stabil und tragfähig.
2. Prüfen Sie den Untergrund auf Feuchtigkeit …..
… man sieht es meist direkt! Feuchte Untergründe erkennt man an dunklen Flecken, an Wasserrändern und an Verfärbungen, die sich auf der Oberfläche abzeichnen. Stockflecken und Schimmelpilze sind ebenfalls ein sicheres Indiz für feuchte Untergründe.
Feuchte Wände können sich negativ auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden auswirken. Schimmel an der Wand kann sogar zu ernsthaften Gesundheitsschäden führen.
Was also ist zu tun?
Behandeln Sie zunächst die befallenen Stellen mit PS 50 Schimmel-Ex*. Dieses chlorfreie, effektive Mittel wurde von Ökotest mit „sehr gut“ bewertet und ist selbst für empfindliche Untergründe wie z. B. Tapeten bestens geeignet. PS 50 Schimmel-Ex* tötet die Schimmelpilzsporen ab und verhindert so ein weiteres Ausbreiten. Entfernen Sie dann den Schimmel mit einer Bürste oder einem Lappen.
Nach dieser Behandlung überstreichen Sie die Fläche mit PS 61 Schimmelschutzfarbe*, die erneutem Schimmelbefall wirksam vorbeugt und eine Langzeitschutzwirkung hat.
Beachten Sie jedoch:
Um einen wirklich dauerhaften Schutz vor erneuter Schimmelbildung zu erzielen, muss jedoch den Pilzsporen der Nährboden entzogen werden. Das heißt, die Ursachen der Feuchtigkeit im Untergrund müssen beseitigt werden.
Diese Ursachen können schlechte Belüftung, unzureichende Wärmedämmung, undichtes Mauerwerk oder auch aus dem Boden aufsteigende Feuchtigkeit sein. Bautechnische Verbesserungen können hier im Sinne eines gesunden Wohnklimas notwendig werden.
Nach diesen grundlegenden Maßnahmen kann man den Einsatz von PS 53 Silikatgrund und PS 850 Silikatfarbe in Betracht ziehen. Diese beiden konservierungsmittelfreien Produkte sind hoch wasserdampfdurchlässig und ideal einsetzbar für ein gesundes Raumklima. Schimmel hat hier auf natürliche Weise keine Chance, ganz ohne den Einsatz von fungiziden Wirkstoffen.
*Schimmel-Ex und Schimmelschutzfarbe sicher verwenden! Vor Gebrauch stets Kennzeichnung und Produktinformation lesen.
3. Prüfen Sie den Untergrund auf Saugfähigkeit …
… mit der Benetzungsprobe:
Benetzen Sie einfach den Untergrund mit Wasser. Bei starker Saugfähigkeit zeichnet sich deutlich eine Dunkelfärbung ab. Grundieren Sie in diesem Fall den Untergrund unbedingt mit PS 20 Acryl Tiefengrund. Er gleicht zu starke Saugfähigkeit aus, so dass der Endanstrich perfekt haftet.
… und auf Schalölreste:
Auf Betonflächen befinden sich manchmal Reste von Schalöl, die die Saugfähigkeit der Fläche beeinträchtigen.
Besprühen Sie den Untergrund mit Wasser. Wenn es abperlt, ist dies meist ein Hinweis auf Schalölreste. Sie lassen sich durch eine Hochdruckreinigung oder durch eine Netzmittel-Schaumwäsche entfernen. Für die Schaumwäsche verdünnen Sie Ammoniak im Verhältnis 1 : 4 mit Wasser, geben einige Spritzer Spülmittel hinzu und waschen die Fläche ab. Danach muss mit klarem Wasser nachgewaschen werden.
Der saubere, trockene Untergrund kann nun mit PS 20 Acryl Tiefengrund grundiert werden.
4. Alte Anstriche mit Leim- oder Dispersionsfarben
Leimfarbe bildet keinen tragfähigen Untergrund für eine Beschichtung mit Dispersionsfarbe. Vor einem Renovierungsanstrich müssen deshalb alte Leimfarben mit Wasser eingeweicht und abgewaschen werden. Die Verwendung von PS 31 Tapetenablöser erleichtert das Entfernen. Hartnäckige Rückstände können Sie mit einer Spachtel abstoßen.
Problematisch ist es ebenfalls, wenn Sie eine Dispersionsfarbe mit sehr hoher Abriebfestigkeit, wie z. B. Glanzlatex, mit einer matten Dispersionsfarbe, die weniger abriebfest ist, überstreichen wollen. Auch in diesem Fall muss der alte Anstrich zuerst wie oben beschrieben entfernt werden.
Festigen Sie den Untergrund nach der Reinigung mit PS 20 Acryl Tiefengrund.
5. Alte Anstriche mit Lackfarben
Die Festigkeit eines alten Lackanstriches prüfen Sie mit der Klebebandprobe. Wenn keine Rückstände am Klebestreifen bleiben, sollten Sie die Fläche unbedingt mit Anlauger entfetten und durch Anschleifen griffig machen, weil sonst keine Verbindung der Neulackierung möglich ist. Nach der Verwendung von Anlauger müssen Sie die Fläche mit Wasser nachwaschen.
Wenn Sie nicht wissen, ob die alte Lackierung aus einem Kunstharzlack oder aus einem Acryllack besteht, machen Sie einfach die Schleifprobe: Entsteht beim Schleifen Staub, handelt es sich um einen Kunstharzlack. Entsteht aber ein leicht klebriger Abrieb, dann haben Sie einen Acryllack zu überarbeiten.
Damit Ihre Neulackierung auch sicher gelingt, empfehlen wir Ihnen, im System zu bleiben. Überarbeiten Sie Kunstharzlacke wieder mit Kunstharzlack und Acryllacke mit Acryllack.
Unsere Heimwerker-Tipps werden von uns als reine Tipps unverbindlich und unter Ausschluss jeglicher Haftung, insbesondere hinsichtlich deren Vollständigkeit oder Richtigkeit, gegeben.